Rezensionen zu
"Saiten-Reise"

CD Saiten-Reise, 2006

11)

www.crossover-agm.de, November 2006

Seit über 25 Jahren ist der 1962 geborene Ausnahmemusiker Werner Hucks als Gitarrist unterwegs. In dieser Zeit gab er mehr als 2500 Konzerte. Er war in der Musicalszene stark engagiert und ist außerdem Konzertgitarrist, Studiomusiker, Komponist, Begleiter, Workshop-Leiter und bundesweit erster Diplom-Musikpädagoge für das Fach Jazzgitarre.

Im Gegensatz zu seinen früheren Produktionen wollte Werner Hucks diesmal nur eigene Gitarren benutzen. Wie gewollt, so getan: 13 Gitarren kamen bei den Aufnahmen im Studio zu Einsatz. Neben den Jazz-Pop-orientierten Alben "Relaxed", "Midnite Blue", Dreamtime" und "Romantic Guitar" steht die Serie "Classic Guitar", "Faszination Gitarre" und die allerneuste Scheibe "Saiten-Reise". "Saiten-Reise" ist seine dreizehnte Produktion.

Bis auf den Titel "Samba" (Helmut Jost am Bass und Ralf Gustke an Drums und Percussion) ist jedes Stück Gitarre pur, ein wahrhaft kreativer und wirklich viel-saitiger Genuss. Musik geprägt von Emotionen, Sehnsüchten und südamerikanisch wohltuenden Klängen. Werner Hucks ist ein verspielter Spezialist für akustische Gitarrenmusik mit jeder Menge Fingerspitzengefühl - die Reise an kalten Wintertagen kann also endlich beginnen.

Roland Ludwig

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10)

Neues Leben Juli/August 2006

Werner Hucks, Saiten-Reise
Genre: Klassische Gitarre/ Jazz

Was sagt man über einen Musiker, der seit 25 Jahren unterwegs ist, rund 2.500 Konzerte gespielt, bei 1.000 Musical-Shows mitgewirkt hat und darüber hinaus einst Deutschlands erster "Diplom-Musikpädagoge für Jazzgitarre" war? Dennoch ist Werner Hucks neue CD nicht der massenproduzierte Beitrag eines Routiniers, sondern vielmehr das charakteristische Spiegelbild seiner Person: Moderne Popsongs, dezent lateinamerikanische Rhythmen, aber auch die Verwurzelung in klassischer Musik umspielt er nicht nur technisch perfekt, sondern gleichermaßen lebendig, liebevoll und kreativ. Percussions und Schlagzeug, Bass und Querflöte bieten hierbei den Rahmen, in dem Hucks seine Kompositionen und Interpretationen mit der Konzertgitarre entfaltet. "Saiten-Reise" st voller stressloser Songs, voller Musik, die aus dem Leben gegriffen ist und in 14 Titeln einlädt, die Gedanken auf eine Reise zu schicken: zu träumen, den Klängen nachzuhören und nachzudenken. Fazit: Beim Film würde man sagen: "Prädikat wertvoll".

Barbara Maria Kitzmüller

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9)

Akustik Gitarre 5/06

Dreizehn Gitarren packt der Musikpädagoge für sein dreizehntes Werk aus - und schafft ein sehr persönliches Album mit familiären Erinnerungen und Reisebildern, das vor allem durch eine Palette von warmen Nylon-Sounds geprägt ist. Die eingefangenen Stilelemente sind breit gestreut: Von angenehm fließendem Instrumental-Pop über romantische, sehr präsent klingende Solo-Miniaturen von Diabelli und Mertz, sowie der Bachschen Kunst der Fuge bis zu - stark gezähmtem - brasilianischem Flair. Die Zusammenstellung wirkt trotzdem nicht beliebig und willkürlich, da die Übergänge zwischen den Stücken durch das Klangbild einer ausgewogenen - man könnte auch sagen geglätteten - Produktion leicht gemacht werden. Freundliche Jazz-Anklänge auf der Halbakustischen haben Platz, ein inspirierter, angepoppter Choral auf der Ramirez und der Mandoline, vom Bottleneck-Sound getönter Ambient und ein Abendlied, das sich mit verschmitztem Bossa-Takt unterlegt präsentiert. Bereichert werden die Arrangements durch Flötentöne, bei den Latin-Stücken mit vorsichtiger Perkussionsabteilung, zum Glück nur selten mit Keyboardunterfütterung. Den Anspruch, "zum bewussten Anhören, aber auch als Hintergrundmusik geeignete" Musik zu spielen, hat Hucks für eine meditativ eingestimmte Zuhörerschaft erfüllt. Aufgekratztere Naturelle könnten sich bei diesem über weite Strecken chilligen Album allerdings auch bald langweilen.

Stefan Franzen

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8)

Die Gemeinde 9/2006

CD-TIPP

Seit vielen Jahren steht Werner Hucks für virtuoses,  „vielsaitiges“, kreatives, leidenschaftliches und unterhaltsames Gitarren-Spiel. Jetzt hat der Diplom-Musikpädagoge sein inzwischen 13. Album vorgelegt. Auf seiner „Saiten-Reise“ nimmt uns Hucks, der übrigens wirklich gerne auf Reisen geht, in ganz unterschiedliche Klangwelten mit: Er bietet uns beschwingte südamerikanische Rhythmen an, folkloristische Akkordfolgen, jazzige Improvisationen oder fantasievolle Choralbearbeitungen.

Unterstützt wird der Ausnahmemusiker dabei von Helmut Jost am Bass und Ralf Gustke an Drums und Percussion. Eine emotionale, weiche und warme Produktion liegt da in meinem CD-Player. Schließe ich beim Hören die Augen, so habe ich tatsächlich das Gefühl, mich gerade irgendwo in Südamerika, den USA oder beim Frühstück auf einer sonnigen Terrasse in der Toskana zu befinden. Das Gitarrenspiel von Werner Hucks jedenfalls hat immer etwas Entspanntes, Heilsames, was mich ganz schnell auch die Nähe Gottes spüren lässt. Hörprobe unter: www.die-gemeinde.org.

Marc Peratoner

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7)

AdventEcho 7-8/2006

Gitarrenmusik vom Feinsten…

„Der Glaube an Gott und die heilsame Wirkung von schwingenden Gitarrensaiten“ – das ist es, was Werner Hucks motiviert und beflügelt. Auch das 13. Gitarrenalbum des Gitarrenpädagogen bietet wieder Gitarrenklänge pur! Der Künstler spielt beschwingte südamerikanische Rhythmen, folkloristische Akkordfolgen, Jazz-Improvisationen, einfühlsame Choralbearbeitungen und Klassik. Die 14 Stücke, in denen der Gitarrist teilweise von Helmut Jost am Bass und Ralf Gustke an Drums und Percussions begleitet wird, sind ein musikalisches Tagebuch geworden, das zum Träumen, Entspannen und Genießen einlädt. Für alle Gitarrenkenner gibt es noch ein besonderes „Sahnehäubchen“: Im CD-Covertext erläutert Werner Hucks detailliert, auf welcher Gitarre er die einzelnen Lieder gespielt hat. Auch hierin zeigt ich wieder seine Kreativität und Professionalität. Der Interpret: Werner Hucks ist Konzertgitarrist, Studiomusiker, Komponist, Begleitmusiker, Workshopleiter und Deutschlands erster Diplom-Musikpädagoge für das Fach Jazzgitarre. In über 25 Jahren gab Hucks mehr als 2.000 Konzerte. Mit dem neuen Album „Saiten-Reise“ wird er auch 2006 wieder auf Tournee sein.

Gabriele Baur

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6)

55plus 4/2006

Seit Jahrzehnten gehört Werner Hucks zu den „Profis“ in der christlichen Musikbranche, er hat Solo-Stücke selbst komponiert und aufgeführt, aber auch andere Musiker instrumental begleitet. In der vorliegenden CD führt seine Saiten-Reise in ferne geografische Landschaften, wo er Stimmungen aus Norditalien, Brasilien, Nord- und Südamerika oder Spanien „einfängt“, wie auch aus ganz nahe liegenden Bereichen wie Familie, Freunde, Heimat und natürlich die Beziehung zu Gott (hier vertont er zwei altbekannte Kirchenlieder neu).Die meisten Stücke spielt er allein, bringt jedoch ein großes Repertoire an Gitarren mit und eine Mandoline, die in ihren verschiedenen Variationen diese Vielfalt an Stimmungen ermöglichen. Die Lieder strahlen insgesamt eine Leichtigkeit aus. Wirken beschwingt und 8nbeschwert, einzig die beiden Stücke, die auf die Musik von Johann Kaspar Mertz zurückgehen, sind in Moll geschrieben. Dazwischen wird auch eine Fuge von Bach vertont. Daher ist die Zusammenstellung zugleich auch eine Zeiten-Reise von älteren klassischen in aktuelle moderne Gefilde. Nach eigenen Worten möchten die Melodien und Klänge „gut tun“ und „Momente der Entspannung und Besinnung geben“. Es lohnt sich, die Stücke öfters zu hören, um in der Wiederholung die jeweilige Eigenart und die „versteckten“ Klänge besser wahrzunehmen.

Brigitte Freiburger

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5)

"jesus.de", April 2006
www.jesus.de

Werner Hucks ist viel-saitig. 14 Gitarren hat er, 13 davon nahm er zu den Aufnahmen mit ins Studio. Die Auflistung der "Nylonfraktion" im Vorwort des Bookletts gleicht einer Zeit-Reise. Oder wer hat schon mal was von einer "Manuel Rodrigues Model B“, Ramirez A1 (1970), einer Yamaha APX 6N oder gar einer alten Puglisi gehört? Selbst die verwendeten Verstärker scheinen Raritäten zu sein. Zumindest erwähnenswert.

Ein Besuch auf der Homepage des Werner Hucks nimmt mit auf seine Lebens-Reise. Seit über 25 Jahren tourt er international. Verließ 1996 die "christlichen Bühnen" und spielte im säkularen Bereich. Nach über 1000 Musical-Shows (v.a. Les Miserables) genießt es Hucks heute besonders, mit nur einem Instrument einen musikalischen Bogen von Klassik bis hin zu modernen Stilen zu spannen. Er empfindet starke Verwandtschaft zwischen einem guten Chanson und einem Spiritual. Beides hält er für verschiedene Ausdrucksformen der gleichen menschlichen Empfindungen.

Mag sein, dass es der christliche Glaube ist, der Hucks beflügelt, um aus seinem Blickwinkel herauszufliegen und das Leben immer wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen. So erklärt sich auch die Welt voller Fantasie, Folklore, beschwingten südamerikanischen Rhythmen und jazzigen Improvisationen, die die Saiten-Reise eröffnet.

Viel Humor, Gelassenheit und mehr Leidenschaft als Routine schwingt durch meinen Kopfhörer. Und zurück fällt mein Blick auf das Booklett. Titel #5: Romanze a-Moll, op.13, Nr. 17. Aus der Feder von Johann Kasper Mertz (1806 – 1856). Er hat heuer also ein doppeltes Jubiläum. Das war Absicht. Und ebenso selbstverständlich spielt Hucks den Titel auf seiner restaurierten Rene-Lacote-Gitarre von 1828.

Schön, dass er das macht. Er kann sich das leisten, so wie er's drauf hat!

Silke Meier

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4)

Der Sonntag, 03.04.2006

Bei der Musikmesse „Promikon“ Anfang März war Werner Hucks einer der stillen Stars. Mit akustischer Gitarre spielt Hucks sanfte Weisen. Per se christliche Musik gebe es nicht, meint er im Interview. Aber in seinen Konzerten kommentiere er seine Lieder, so dass man ihm den Christen anmerke, erklärt er schalkhaft.

Untertrieben hat er. Sein 13. Album CD „Saiten-Reise“ enthält persönliche Begegnungen, Reise-Eindrücke und Emotionen, alle vorgetragen auf der Konzertgitarre. Mal präsentiert der Diplom-Musikpädagoge Choralbearbeitungen, die aufhören lassen, dann folgen südamerikanische Rhythmen oder Anlehnungen an Jazz und Folk , folkloristische Akkordfolgen, jazzige Improvisationen und fantasievolle Choralbearbeitungen. Hucks´ Melodien schaffen innere Ruhe, ermöglichen, in sich zu gehen.

Klaus Depta

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3)

Siegener Zeitung, 30.03.2006

Was Musik im Leben bewirkt

„Saiten-Reise“ heißt die neue CD des Gitarristen und Musikpädagogen Werner Hucks: Siegen. Hat man sie erst von ihrer dünnen Plastikhüllenschutzfolie befreit, dann nervt so gar nichts mehr an dieser CD, die so entspannt daher kommt, unaufgeregt, durchweg positiv, musikalisch gut. „Sie klingt recht munter und frisch“, sagt Werner Hucks über die neue „Werner Hucks“. Drei Monate habe er „alles, was an Energie frei war“, in die Produktion „Saiten-Reise“ (Gerth Medien; www.werner-hucks.de) gesteckt, sagt der Siegener Gitarrist im Gespräch mit der SZ. “Und jetzt möchte ich, dass die Sache gehört wird.“ Wird sie. Mit Vergnügen. Denn in dieser runden Scheibe steckt jede Menge Gute-Laune-Musik, die innere („Coming Home“) und äußere („Wilder Kaiser“) Landschaften beschreibt, von der Leichtigkeit des Lebens erzählt („Paraná“), sehr stille Augenblicke schafft (vor allem Dank der klassischen Kompositionen von Johann Kaspar Mertz, Anton Diabelli und – weil der einfach bei Werner Hucks kaum fehlen darf – Johann Sebastian Bach) und die immer mit den klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Gitarren (13 seiner 14 „Schätzchen“ nahm Hucks mit ins Studio) spielt. „Wir haben viel getüftelt, hart und sehr lange gearbeitet und viel Freude bei den Aufnahmen gehabt“, schreibt der Gitarrist und „Kopf“ der „Saiten-Reise“ (acht Stücke hat er selbst komponiert). Die Mühe hat sich gelohnt, die Sache ist richtig rund geworden. Und wenn Hucks von „wir“ spricht, dann meint er auch Peter Reichen (Flöte), Helmut Jost (Bass) und Ralf Gustke (Drums, Percussion), die ihren Teil zu Klang und Arrangement beigetragen haben

Werner Hucks, seit mehr als 25 Jahren als Gitarrist unterwegs, zog es schon mit 17 aus Rheinhausen nach Siegen. Aus ganz pragmatischen Gründen. Er sei damals bereits häufig für Konzerte auch im angrenzenden Hessen angefragt worden und habe in der Gegend eine Schule besucht, wo er sein Abi auch im Fach Musik „bauen“ konnte. Da habe es mit Siegen und dem „Evau“ einfach gut gepasst.

Hucks ist im Siegerland geblieben und hat sich vor einiger Zeit noch einmal bewusst für die Stadt unter dem Krönchen entschieden. Er habe nach vier Jahren „Les Misérables“ (1. Besetzung an der Gitarre) in Duisburg und zweieinhalb Jahren „Elisabeth“ in Essen die Option gehabt, entweder mit dem Musical „Les Miserables“ nach Berlin zu gehen oder in Essen in „Aida“ zu spielen. Er entschied sich dann aber für eine dritte Möglichkeit: die feste Stelle an der Siegener Fritz-Busch-Musikschule. Aus familiären Gründen, aber auch, um sich wieder stärker solistischen Projekten zu widmen. Werner Hucks will gehört werden – auf CD, aber auch live. So wirkte er gerade bei „Pro Christ 2006“ in der Olympiahalle München mit. „Weil ich das für eine zeitgemäße, sehr gut funktionierende Art und Weise halte, die Nachricht der Bibel weiterzugeben.“

Auch als Musikpädagoge hat Werner Hucks etwas zu sagen. Das „lebensbegleitende Element“ sei ihm im Grunde ebenso wichtig wie die Vermittlung des Stoffs. Er wolle für seine Schüler Ansprechpartner sein, wolle vermitteln, „was Musik im Leben bewirken kann“: Stress abbauen, Frust lindern, zur Ruhe kommen.

Alex Weiß

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2)

Domradio Sternzeit, 29.03.2006

Werner Hucks - Lobet den Herren

Es ist, zugegeben, schon lange her, aber es gab mal eine Zeit, da lief im Radio auch Musik ganz ohne Gesang, die einfach nur mit Instrumenten gespielt wurde. Diese Musik gibt es natürlich immer noch, und wir von der Sternzeit wollen sie nicht ganz unter den Tisch fallen lassen, vor allem dann nicht, wenn sie christlich motiviert ist. Tja, wie soll das gehen? Es gibt keinen Gesang, keinen Liedtext, und doch soll die Musik ja etwas transportieren. Der Gitarrist Werner Hucks stellt sich dieser Herausforderung schon seit über 25 Jahren. Er hat in Köln Jazz-Gitarre studiert und ist seitdem für alle möglichen Veranstaltungen zu buchen: Er spielt bei Gottesdiensten, auf CD-Produktionen und veranstaltet Workshops. Seine wichtigsten Referenzen sind aber die beiden berühmten Musicals „Les Miserables“ und „Elisabeth“. Werner Hucks hat bei den Aufführungen in Duisburg und Essen die Gitarre gespielt und war auch für die CD-Aufnahmen zuständig. Nach dieser stressigen Zeit hat er nun mal wieder ein Solo-Album produziert, auf dem er zeigt, wie vielseitig er sein Instrument bedienen kann. Ob Kammermusik, Jazz, Bossa Nova oder auch Choralmusik: Werner Hucks beherrscht sie alle. Am Ende kann man diese Musik dann nebenbei hören, ohne das sie stört. Und beim bewussteren Zuhören erschließt sich dann das, was Werner Hucks „die heilsame Wirkung der Gitarrensaiten“ nennt, Balsam für die Seele sozusagen. Wie das klingt, lässt sich ausführlich auf seiner neuen CD „Saiten-Raise“ nachhören. Darauf ist zum Beispiel auch eine sehr schöne und unaufdringliche Version des Kirchenlieds „Lobet den Herren“. Werner Hucks.

Daniel Hauser

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1)

Westfälische Rundschau, 21.03.2006

Werner Hucks hat die 13. Produktion veröffentlicht – starke klassische Stücke – Acht eigene Titel
„Saiten-Reise“ ohne klares Ziel

Ein wenig ist sich Werner Hucks bei der Produktion seiner neuen CD – der 13. – selbst auf den Leim gegangen. So locker fließen ihm die netten Melodien aus den Fingern, so elegant weiß er mit den Genres zu hantieren, dass ihm bei den acht eigenen Titeln die Grenze zwischen „beliebt“ und „beliebig“ mitunter verschwimmt.

Aber da sind noch die sechs Miniaturen anderer, klassischer Komponisten. Die spielt er mit unerhörter Grazie, mit Geschmack und Liebe. Zum Beispiel eine Romanze und ein Adagio – beide von Kaspar Mertz (1806-1856), einem wenig bekannten hochromantischen Gitarrenpoet, der – wegen des Doppeljubiläums (Geburts- und Todestag) – gleich zwei Mal vertreten ist. Was für eine feine und lohnende Entdeckung!

Auch das Präludium A-Dur von Anton Diabelli (1781-1858) hat solch „ewige“ Qualität. Und wie Hucks das erste Kontrapunkt-Thema aus Bachs „Kunst der Fuge“ zelebriert, das reicht in Punkto Gefühlstiefe und Klarheit tatsächlich an die unvergessliche Interpretation – man mag es kaum schreiben, aber es ist wirklich wahr – von Andrés Segovia (1883-1987) heran.

Die größte Stärke des Siegener Gitarristen ist sein traumhaftes Zeitgefühl. Dieses Gespür für das einzig wahre Tempo, für menschliches Maß, hat er von seiner ersten Liebe, dem Jazz, mitgebracht. Nur: Vom Jazz ist er diese Mal ziemlich entfernt. Da gibt es zwar ein paar Samba-Anflüge (Paraná), aber es bleibt immer nur „Easy listening“. Nicht schlecht gemacht, jederzeit melodisch und warm, aber halt sehr harmlos. Keine Hürden, keine Herausforderung, kein Neuland. Und dazu noch die selbst geschaffene „Konkurrenz“ durch die klassischen Kollegen – da fallen die Schwächen dieser Hucks-Werke besonders auf. Irgendwie hat diese „Saiten-Reise“ einfach kein klares Ziel.

Das mag auch daran liegen, dass die Mitmusiker (Helmut Jost, Bass und Ralf Gustke, Percussions) nicht immer glücklich eingesetzt sind. Vor allem der Schweizer Querflötist Peter Reichen agiert arg im Hintergrund. Seine Klangfarben sind ähnlich undefiniert wie der Synthi-Streicherklang beim alten deutschen Volkslied „Nun ruhen alle Wälder“, das Hucks mit südamerikanischen Rhythmen strapaziert.

Exzellent dagegen „Lobet den Herren“ von Johann Crüger (1598-1662): Das baut der Gitarrist, der bei dieser Produktion 12 seiner 13 Gitarren eingesetzt hat, wie einen sich fortwährend steigernden Hymnus auf. Ein glaubwürdiges Glaubenbekenntnis.

Jan Vering

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