Rezension
zu "Dreamtime"

CD Dreamtime, 1993

JAZZblogg, 18.07.2005
www.blogigo.de/jazzcooljazz

Wo nimmt Werner Hucks eigentlich die tollen Musikstücke  und Gitarrensounds her und wie schafft er es, so außergewöhnlich exakt zu spielen ... so gut mit den anderen Instrumenten zu harmonieren, ohne es zu harmonisch klingen zu lassen ? Sind es überhaupt alles andere Instrumente, spielt er nicht auch noch auf seiner Gitarre mit Hilfe bester digitaler Signalverarbeitung/-filterung die Melodien der anderen Instrumente mit ? Eins wird mir beim Hören klarer und klarer: Hier haben Weltklasse-Musiker (unter anderem Charlie Mariano am Saxophon) eine außergewöhnliche, zeitlose Weltmusik-CD aufgenommen, die zum Träumen, Nachdenken, Meditieren, Mitspielen, ... einlädt. Obwohl vermutlich niemand auf alle gestellten Fragen sofort Antworten erwarten wird, gibt die CD-Hülle viele Informationen über die einzelnen Stücke und deren Hintergrund.  Auf der CD kommen Musiker durch ihre Instrumente zu Wort. Nach dem dritten Stück "Blueberry Island" und auch nach dem letzten Stück "One More Blues (REPRISE)" möchte man anschließend eine der neueren CDs von Charlie Mariano (z. B. Deep In A Dream (c) 2002, erschienen bei Soulfood Music Distribution) auflegen, mit ähnlich melancholischen Melodieführungen und Harmonisierungen und danach vielleicht eine ältere CD von Miles Davis ("Workin' With The Miles Davis Quintet", oder "Relaxin' With The Miles Davis Quintet"), und danach... ...

Wer auch in der Musik bereits dem "Wenn man eine CD gehört hat, kennt man alle"-Prinzip verfallen war, sollte sich selbst eine neue Chance geben und diese handgemachte, hochmusikalische, anspruchsvolle Gitarren-/Saxophon-Mischung von Werner Hucks und seiner Band (featuring Charlie Mariano) öfters hören. Diese Dreamtime-CD ist eine sehr gut gelungene, vielseitige Mischung aus Blues-, JAZZ-, Samba- und Bossa-Musikstücken, Gitarren- und Saxophon-Sounds, mit einem bewegenden, funky Bass (Helmut Jost) und klangmalender Rhythmus-Gruppe (Martin Stoeck (dr), Mario Argandona (perc)), wodurch man automatisch Lust bekommt, mehr JAZZ und Fusion-Musik zu hören oder vielleicht selber wieder aktiv JAZZ-Musik zu machen. Musikalisch ist die CD viel mehr als eine Zeitreise von den "roots" mit Blues und Bebop über Cool JAZZ über Bossa Nova und Samba über die weltbekannten JAZZ-Rock und Fusion-Hymnen des Charlie Mariano Mitte der 80er Jahre bis heute zu der zeitgemäßen Jazz-Musik,dem Jazz-Rock-,dem Latin-Jazz- oder der (Afro-) Jazz-Musik, die alle Stilelemente mehr oder weniger vereint, aus dem Vollen schöpft, um beste JAZZ-Musik zu sein. Vor allem aber bietet diese CD exzellenten "JAZZ OHNE GRENZEN" voller Spielfreude, der einladen möchte zur "Dreamtime". Diese Einladung nehme ich gerne an.

"tomrice"

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